Ra. Wer kennt ihn nicht, den allbekannten deutschen Chorleiter und Komponisten Gotthilf Fischer. Vor wenigen Wochen feierte er seinen 80. Geburtstag. Ueber viele TV-Kanäle flimmerte sein Geburtstagsjubiläum in die Stuben. Ein Mann, der in seinem Leben viele tausende Kehlen zum Singen brachte!
Gotthilf Fischer war es auch, welcher im Jahre 1978 zu Ehren des damaligen amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter eine grosse Messe schrieb. Carter beeindruckte Fischer insbesondere mit seinen Bemühungen für den Weltfrieden. Nach einer persönlichen Begegnung mit Carter schrieb Fischer dann sein einziges geistliches Werk, nämlich die „Grosse Friedensmesse“, studierte sie in der Folge mit über 1000 Mitwirkenden ein und liess davon eine Schallplatte drucken. Diese übersandte Fischer alsdann dem amerikanischen Präsidenten als an einen Menschen, „...dem es um die echten Probleme dieser Welt, um den Frieden unter den Menschen geht...“. Auf das Geschenk reagierte Jimmy Carter damals mit den Worten: „...Ihre Musik gibt mir Kraft und Zuversicht. Ich hoffe nur, dass ich mit meiner Arbeit Ihrem Werk gerecht werden kann!“
Der Projektchor Mittelprättigau, die rund 70-köpfige Chorgemeinschaft mit dem Kirchenchor Saas als Basis, nahm sich dieses bislang in der Schweiz noch nie aufgeführte Chorwerk zum Anlass für das 500-jährige Jubiläum der Saaser Kirche. Mit Pauken und Trompeten, mit Schlagzeug und Orgel wurde inzwischen das monumentale Werk an verschiedenen Orten mit grossem Erfolg aufgeführt. Noch steht die letzte Aufführung vom 25. Mai 2008 in Madiswil BE an. Das Werk wird in lateinischer Sprache gesungen (Konzertbroschüre mit deutscher Uebersetzung). Damit manifestiert der Komponist, dass „... Frieden eigentlich überall auf der Welt verstanden werden könnte..“.
Fischers „Grosse Friedensmesse“ ist kein gewöhnliches Chorwerk. Es ist ein Mix von barock anmutenden Sätzen, gemischt mit hochromantischen, oft aber auch modernen Einflüssen und zum Teil mit fast folklorehaften Einschüben. Gewaltige Akkorde wechseln abrupt mit filigranen Sätzen und über dem ganzen Chorwerk weht (nach Worten Fischers) ein „guter Geist echten, tiefen Glaubens...“.